Liebe Leserinnen und Leser,
vor einigen Wochen saß ich mit dem Geschäftsführer eines mittelständischen Maschinenbauers zusammen. Er zeigte mir stolz sein Bewerbermanagement-System: 214 Bewerbungen auf eine einzige Vertriebsposition. Dann zeigte er mir den Stuhl. Er war leer. Seit sieben Monaten.
214 Bewerbungen und keine Einstellung. Wie kann das sein?
Der Arbeitsmarkt spielt uns 2026 einen kuriosen Streich. Die Bewerbungszahlen haben sich in drei Jahren fast verdoppelt. Gleichzeitig dauert die Besetzung einer Stelle im Schnitt zehn Wochen – länger als je zuvor. Wir ertrinken in Kandidaten und verdursten nach Passung.
Das Problem war nie die Menge. Es war immer die Messung. Wer 214 Lebensläufe nach Bauchgefühl sortiert, trifft 214 Mal eine Zufallsentscheidung. Wer stattdessen den Job Match objektiv misst, macht aus der Flut einen Filter.
Genau darum geht es in dieser Ausgabe: Wie Sie das Bewerbungs-Paradox auflösen – mit Fokus, mit Struktur und mit Daten statt Instinkt.
Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre.
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